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Schüchternheitsskalen für Kinder

 PSYNDEX Tests-Dokument: 9004393
 

SSK - Schüchternheitsskalen für Kinder (PSYNDEX Tests Abstract)

 

Inhibition Scales for Children/author

 Asendorpf, J. B.
 (1992). Schüchternheitsskalen für Kinder. Berlin: Humboldt-Universität, Institut für Psychologie.

Online im Internet: https://www.testarchiv.eu/

 Bezugsquelle: Das Verfahren ist im Testarchiv des ZPID enthalten und steht unter der Creative Commons-Lizenz "Namensnennung - Nicht-kommerziell - Keine Bearbeitung 3.0 Unported (CC BY-NC-ND 3.0)" ; es kann für nichtkommerzielle Forschungs- und Unterrichtszwecke kostenlos eingesetzt werden. ; URL: https://www.testarchiv.eu/.
Anmerkung: Das Verfahren wurde 2002 in das Testarchiv des ZPID aufgenommen.

Nachweis im Testarchiv: Asendorpf, J. B. (2002). SSK. Schüchternheitsskalen für Kinder [Verfahrensdokumentation aus PSYNDEX Tests-Nr. 9004393, Autorenbeschreibung und Fragebogen]. In Leibniz-Zentrum für Psychologische Information und Dokumentation (ZPID) (Hrsg.), Elektronisches Testarchiv. Trier: ZPID. https://doi.org/10.23668/psycharchives.347

 Adresse(n): o Prof. i.R. Dr. Jens B. Asendorpf bei PsychAuthors: https://www.psychauthors.de/psychauthors/index.php?wahl=forschung&uwahl=psychauthors&uuwahl=p00087JA
 WWW-Informationen:
 

Abstract

Diagnostische Zielsetzung:
Die Schüchternheitsskalen für Kinder (SSK; Asendorpf, 1992) erfassen in Fremdeinschätzungen die Schüchternheit und Gehemmtheit von Kindern gegenüber anderen Kindern und Erwachsenen. Es kann überwiegend für Forschungszwecke eingesetzt werden.


Aufbau:
Die SSK bestehen aus zwei Skalen mit je vier Items - darunter auch invertierte Items:
(1) Gehemmtheit gegenüber fremden Kindern und
(2) Gehemmtheit gegenüber fremden Erwachsenen.
Zudem werden sie randomisiert und mit Distraktoritems präsentiert. Die Items sind auf einer siebenstufigen Ratingskala (1 = nie bis 7 = immer) von den Eltern zu beantworten. Die Schüchternheitsskalen liegen auch in einer englischsprachigen Version vor.


Grundlagen und Konstruktion:
Die Testkonstruktion beruht auf der Klassischen Testtheorie. Die SSK wurde im Rahmen der LOGIK-Studie des Max-Planck-Instituts für psychologische Forschung entwickelt (Weinert & Schneider, 1999).


Empirische Prüfung und Gütekriterien:
Reliabilität: Die Reliabilität der beiden Skalen liegt bei Cronbachs Alpha > .80. Zusammen erreichen die Skalen einen Wert über Alpha = .85. Bei einer Selbstbeurteilung durch die Kindern selbst (bei entsprechender Itemumformulierung) sinkt der Reliabilitätskoeffizient beider Skalen auf Alpha < .70. In einer weiteren Studie konnten Reliabilitäten (Cronbachs Alpha), gemessen über sieben Messzeitpunkte, von mindestens .85 nachgewiesen werden (Asendorpf & van Aken, 1999, S. 820). Dennissen, Asendorpf und van Aken (2008, S. 75), die diese Längsschnittstudie weitergeführt haben, berichten von Werten zwischen Alpha = .83 und Alpha = .95 mit einer durchschnittlichen Reliabilität von Alpha = .90.
Validität: In einer Längsschnittstudie (Asendorpf & van Aken, 1999; Dennissen et al., 2008) wurde die prädiktive Validität von drei Persönlichkeitstypen (unterkontrolliert vs. überkontrolliert vs. resilient) untersucht. Kinder wurden ab dem 4. bis zum 23. Lebensalter u. a. mit der Schüchternheitsskala untersucht. Es zeigte sich, dass überkontrollierte Menschen höhere Werte in der Schüchternheitsskala haben, die stabil bleiben, während der Wert für Schüchternheit unterkontrollierter Personen mit 4 Jahren niedrig ist, mit zunehmendem Alter steigt (17 Jahre) und dann stabil bleibt. Resiliente Personen sind anfangs schüchtern, jedoch nimmt der Schüchternheitswert stetig ab (Dennissen et al., 2008, S. 79).
Normen: Zur Normierung liegen keine Angaben vor.

 

Alle Items

Subskala Gehemmtheit gegenüber fremden Kindern
1. Mein Kind ist fremden Kindern gegenüber schüchtern
2. Mein Kind geht ungezwungen auf fremde Kinder zu (-)
3. Wenn mein Kind mit fremden Kindern zusammenkommt, dauert es lange, bis es auftaut
4. Mein Kind ist im Umgang mit fremden Kindern etwas gehemmt

Subskala Gehemmtheit gegenüber fremden Erwachsenen
1. Mein Kind ist fremden Erwachsenen gegenüber schüchtern
2. Mein Kind geht ungezwungen auf fremde Erwachsene zu (-)
3. Wenn mein Kind mit fremden Erwachsenen zusammenkommt, dauert es lange, bis es auftaut
4. Mein Kind ist im Umgang mit fremden Erwachsenen etwas gehemmt

(-) Item ist umzupolen

Englische Version:

Subscale Inhibition toward unknown peers
1. My child is shy toward unknown children
2. My child easily approaches unknown children (-)
3. When my child meets unknown children, s/he needs a long time to warm up
4. My child is somewhat inhibited toward unknown children

Subscale Inhibition toward unknown adults
1. My child is shy toward unknown adults
2. My child easily approaches unknown adults (-)
3. When my child meets unknown adults, s/he needs a long time to warm up
4. My child is somewhat inhibited toward unknown adults

(-) reversed item
Response format: 1 (never) -- 2 (very rarely) -- 3 (rarely) -- 4 (sometimes) -- 5 (often) -- 6 (very often) -- 7(always)
 

Altersbereiche

Das Verfahren ist für Kinder konzipiert.
 

Durchführungszeit

Zur Dauer der Durchführung finden sich keine Angaben.
 

Bewertung

Die Schüchternheitsskalen für Kinder (SSK; Asendorpf, 1992) sind zur Erfassung der Schüchternheit und Gehemmtheit von Kindern gegenüber anderen Kindern und Erwachsenen im Rahmen der LOGIK-Studie des Max-Planck-Instituts für psychologische Forschung entwickelt worden und wurden in einer Längsschnittstudie von Asendorpf und Kollegen über mehrere Messzeitpunkte eingesetzt. Die Bezeichnung der Skalen ist nicht einheitlich. Bei Asendorpf und van Aken (1999) werden sie "Inhibition Scale" genannt. Außerdem werden in den Studien, in denen diese Skalen eingesetzt werden, keine eindeutigen Literaturhinweise genannt.
Der Test erweist sich als reliabel (Cronbachs Alpha .80 - .93). Bisher wurde die prädiktive Validität der Schüchternheitsskalen im Zusammenhang mit drei Persönlichkeitstypen (überkontrolliert vs. unterkontrolliert vs. resilient) untersucht.
 

Literatur

  • Asendorpf, J. (1992). Schüchternheitsskalen für Kinder. Berlin: Humboldt-Universität, Institut für Psychologie.
  • Asendorpf, J. B. & van Aken, M. A. G. (1999). Resilient, overcontrolled, and undercontrolled personality prototypes in childhood: Replicability, predictive power, and the trait-type issue. Journal of Personality and Social Psychology, 77 (4), 815-832.
  • Dennissen, J. J. A., Asendorpf, J. B. & van Aken, M. A. G. (2008). Childhood personality predicts long-term trajectories of shyness and aggressiveness in the context of demographic transitions in emerging adulthood. Journal of Personality, 76 (1), 67-99.
  • Weinert, F. E. & Schneider, W. (Eds.). (1999). Individual development from 3 to 12: Findings from the Munich Longitudinal Study. New York: Cambridge University Press.
 
 Gülay Karadere (18.05.2016)
 APA-Schlagworte/PSYNDEX Terms:

Classical Test Theory; Observation Methods; Questionnaires; Rating Scales; Personality Measures; Personality Traits; Timidity; Inhibition (Personality); Social Anxiety

Klassische Testtheorie; Beobachtungsmethoden; Fragebögen; Rating-Skalen; Persönlichkeitstests; Persönlichkeitsmerkmale; Schüchternheit; Hemmung (Persönlichkeit); Soziale Angst

 weitere Schlagworte:

1992; Open Access; Fremdeinschätzung; 8 Items; Subskalen: 1 Gehemmtheit gegenüber fremden Kindern, 2 Gehemmtheit gegenüber fremden Erwachsenen
 Klassifikation:

Persönlichkeitstests; Persönlichkeitseigenschaften und Persönlichkeitsprozesse; Neurosen und Angststörungen
Persönlichkeitstests zur Angst
9.3
 Anwendungstyp: Research (Tests)
 Art der Publikation: Test; Electronic Resources (90; 94)
 Sprache: German
 Übersetzungen: English
 Land: Germany
 Publikationsjahr: 1992
 Änderungsdatum: 201611
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