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Selbsteinschätzung emotionaler Kompetenzen-27

 PSYNDEX Tests-Dokument: 9005957
 

SEK-27 - Selbsteinschätzung emotionaler Kompetenzen-27 (PSYNDEX Tests Abstract)

 

Emotion Regulation Skills Questionnaire (ERSQ; Grant, M., Salsman, N. L. & Berking, M., 2018)/author
Synonym(e): Fragebogen zur standardisierten Selbsteinschätzung emotionaler Kompetenzen; Self-Report Measure for the Assessment of Emotion Regulation Skills

 Berking, M. & Znoj, H.
 (2008). Entwicklung und Validierung eines Fragebogens zur standardisierten Selbsteinschätzung emotionaler Kompetenzen (SEK-27). Zeitschrift für Psychiatrie, Psychologie und Psychotherapie, 56 (2), 141-153.

Online im Internet: https://www.testarchiv.eu/

 Bezugsquelle: Das Verfahren ist im Testarchiv des ZPID enthalten und steht unter der Creative Commons-Lizenz "Namensnennung - Nicht-kommerziell - Keine Bearbeitung 3.0 Unported (CC BY-NC-ND 3.0)" ; es kann für nichtkommerzielle Forschungs- und Unterrichtszwecke kostenlos eingesetzt werden. ; URL: https://www.testarchiv.eu/.
Anmerkung: Das Verfahren wurde 2011 in das Testarchiv des ZPID aufgenommen. Mit dem Fragebogen zur emotionsspezifischen Selbsteinschätzung emotionaler Kompetenzen (SEK-ES; Ebert, Christ & Berking, 2013; PSYNDEX Tests-Nr. 9006700) liegt eine emotionsspezifische Weiterentwicklung vor.

Nachweis im Testarchiv: Berking, M. & Znoj, H. (2011). SEK-27. Fragebogen zur standardisierten Selbsteinschätzung emotionaler Kompetenzen [Verfahrensdokumentation aus PSYNDEX Tests-Nr. 9005957, Fragebogen und Auswertungsanweisung]. In Leibniz-Zentrum für Psychologische Information und Dokumentation (ZPID) (Hrsg.), Elektronisches Testarchiv. Trier: ZPID. https://doi.org/10.23668/psycharchives.387

 Adresse(n): o Prof. Dr. Matthias Berking bei PsychAuthors: https://www.psychauthors.de/psychauthors/index.php?wahl=forschung&uwahl=psychauthors&uuwahl=p07113MB
o Prof. Dr. Hansjörg Znoj, Universität Bern, Philosophisch-humanwissenschaftliche Fakultät, Insitut für Psychologie, Klinische Neurowissenschaften, Fabrikstraße 8, CH-3012 Bern, Schweiz ; E-Mail: hansjoerg.znoj@psy.unibe.ch ; URL: http://www.neuroscience.unibe.ch/research/personen/prof_dr_znoj_hansjoerg/ ; Stand: 05.07.2019
 

Abstract

Diagnostische Zielsetzung:
Der SEK-27 erfasst neun Kompetenzen, die nach Berking (2010) für eine erfolgreiche Emotionsregulation relevant sind: Aufmerksamkeit, Klarheit, Körperwahrnehmung, Verstehen, Akzeptanz, Resilienz, Selbstunterstützung, Konfrontationsbereitschaft und Regulation. In der Forschung kann der Fragebogen eingesetzt werden, um Aufschluss darüber zu erhalten, welche Kompetenzdefizite bei der Entstehung, Aufrechterhaltung und Behandlung psychischer Störungen besonders relevant sind. In praktischen Anwendungskontexten kann der Fragebogen genutzt werden, um auf ökonomische Weise ein Profil der emotionalen Kompetenzen zu erstellen, das die Grundlage für Indikationsstellung und Interventionsplanung bildet. Typische Anwendungsbereiche sind Psychotherapie, Beratung, Coaching und Gesundheitsmanagement. Aufgrund seiner Kürze eignet sich das Instrument auch besonders zur interventionsbegleitenden Qualitätskontrolle.


Aufbau:
Der SEK-27 besteht aus 27 Items, die gleichmäßig auf die neun Subskalen (entsprechend den o.g. neun Kompetenzen) verteilt sind. Die Items werden jeweils eingeleitet mit dem Satz "In der letzten Woche..." und werden auf einer fünfstufigen Likert-Skala (überhaupt nicht = 0 Punkte; selten = 1 Punkt; manchmal = 2 Punkte; oft = 3 Punkte; (fast) immer = 4 Punkte) bewertet. Die den Antworten zugeordneten Punktescores werden zu Subskalenwerten bzw. einem Gesamtwert aufaddiert. Der SEK-27 kann sowohl als Gruppen- als auch als Einzeltest verwendet werden.


Grundlagen und Konstruktion:
Der SEK-27 wurde auf der Grundlage des kompetenzorientierten Modells adaptiver Emotionsregulation nach Berking (2010) entwickelt. Dieses besagt, dass erfolgreiche Emotionsregulation aus verschiedenen Komponenten besteht, nämlich (1) die eigenen Emotionen bewusst wahrzunehmen, (2) sie klar zu erkennen und zu benennen, (3) emotionsbezogene Körperempfindungen wahrzunehmen und als solche zu erkennen, (4) die Ursachen der aktuell erlebten Emotion zu verstehen, (5) das emotionale Erleben gezielt beeinflussen zu können, (6) die eigenen Emotionen zu akzeptieren, (7) zu tolerieren und auszuhalten, (8) sich selbst in belastenden Situationen effektiv unterstützen zu können und (9) sich selbst emotional belastenden Situationen auszusetzen, um wichtige Ziele zu erreichen. Abgeleitet aus theoretischen Überlegungen und bereits vorhandenen Instrumenten wurde zunächst ein Itempool von vier Items pro Kompetenz zusammengestellt. Anhand einer Stichprobe von 120 Studenten wurden jeweils die drei trennschärfsten Items ausgewählt (Berking & Znoj, 2008).


Empirische Prüfung und Gütekriterien:
Die erste Überprüfung der psychometrischen Eigenschaften des SEK-27 erfolgte an einer Stichprobe von N = 576 Normalpersonen, die zudem mit einer klinischen Stichprobe (n = 92 ambulant, n = 102 stationär-psychosomatisch und n = 44 (teil-)stationär-psychiatrisch behandelten Patienten) verglichen wurde (Berking & Znoj, 2008).
Reliabilität: Die interne Konsistenz der Subskalen stellte sich insgesamt als zufriedenstellend heraus (Cronbachs Alpha = .68 - .81), die der Gesamtskala kann sogar als sehr gut angesehen werden (Cronbachs Alpha = .90). Es wurde ebenfalls eine zufriedenstellende Retestreliabilität erreicht (rtt = .75 für die Gesamtskala und .48 - .74 für die Subskalen; Test-Retest-Intervall: 2 Wochen).
Validität: Die angenommene Faktorenstruktur konnte in der explorativen und konfirmatorischen Faktorenanalyse weitestgehend bestätigt werden. Der SEK-27 verfügt ebenfalls über eine gute Kriteriumsvalidität, die durch erwartungsgemäße Korrelationen mit anderen Maßen zur Erfassung des Wohlbefindens und der psychischen Gesundheit belegt werden konnte. Der Vergleich der Normstichprobe mit der klinischen Stichprobe konnte die Diskriminationsfähigkeit des SEK-27 aufzeigen, da die beiden Gruppen sich deutlich unterschieden. Des Weiteren konnten mittels Prä-/Post-Messungen in der klinischen Stichprobe während der psychotherapeutischen Behandlung Belege für die Änderungssensitivität des SEK-27 ermittelt werden.
Normen: Es liegen keine Normen vor.

 

Altersbereiche

Der SEK-27 ist validiert für Erwachsene ab 18 Jahren. Zu explorativen Zwecken kann er je nach kognitivem Entwicklungsstand auch für Jugendliche ab 12 Jahre eingesetzt werden.
 

Durchführungszeit

Die Durchführungszeit ist nicht begrenzt. Sie beträgt durchschnittlich drei bis zehn Minuten.
 

Bewertung

Mit dem SEK-27 steht ein reliables, valides und änderungssensitives Instrument zur Erfassung verschiedener Komponenten erfolgreicher Emotionsregulation zur Verfügung. Inzwischen konnten seine insgesamt zufriedenstellenden bis sehr guten psychometrischen Eigenschaften in mehreren Studien nachgewiesen werden (Berking, Ebert, Filipek, Cal & Dippel, 2010; Berking, Margraf, Ebert, Wupperman, Hofmann & Junghanns, 2011; Berking, Meier & Wupperman, 2010; Berking, Orth, Wupperman, Meier & Caspar, 2008; Berking, Wupperman, Reichardt, Pejic, Dippel & Znoj, 2008; Cal, Ebert, Dippel & Berking, 2010). Eine neue Entwicklung des Fragebogens stellt die Variante SEK-ES dar, der es ermöglicht, die Komponenten der Emotionsregulation aus dem SEK-27 auch emotionsspezifisch (bezüglich Stress/Anspannung, Angst, Ärger, Traurigkeit, depressiver Stimmung, positiven Emotionen und zwei weiteren relevanten Emotionen, die der Befragte selbst festlegen kann) zu erfassen (Ebert, Christ & Berking, in Vorber.).
 

Literatur

  • Berking, M. (2010). Training emotionaler Kompetenzen (2. Auflage). Heidelberg: Springer.
  • Berking, M., Ebert, D., Filipek, M., Cal, Y. & Dippel, A. (2010). Evaluation eines Emotionsregulationstrainings als zusätzliche Behandlungskomponente in KVT-basierter Depressionstherapie. Zeitschrift für Klinische Psychologie und Psychotherapie, 39 (Supplement 1), S. 5.
  • Berking, M., Margraf, M., Ebert, D., Wupperman, P., Hofmann, S., & Junghanns, K. (2011). Deficits in emotion-regulation skills predict alcohol use during and after cognitive behavioral therapy for alcohol dependence. Journal of Consulting and Clinical Psychology, 79 (3), 307-318.
  • Berking, M., Meier, C. & Wupperman, P. (2010). Enhancing emotion-regulation skills in police officers - Results of a controlled study. Behavior Therapy, 41, 329-339.
  • Berking, M., Orth, U., Wupperman, P., Meier, L. L. & Caspar, F. (2008). Prospective effects of emotion-regulation skills on emotional adjustment. Journal of Counseling Psychology, 55, 485-494.
  • Berking, M., Wupperman, P., Reichardt, A., Pejic, T., Dippel, A. & Znoj, H. (2008). General emotion-regulation skills as a treatment target in psychotherapy. Behavior Research and Therapy, 46, 1230-1237.
  • Berking, M. & Znoj, H. (2008). Entwicklung und Validierung eines Fragebogens zur standardisierten Selbsteinschätzung emotionaler Kompetenzen. Zeitschrift für Psychiatrie, Psychologie und Psychotherapie, 56 (2), 141-152.
  • Cal, Y., Ebert, D., Dippel, A. & Berking, M. (2010). Emotionsübergreifende Regulationsdefizite - ein unspezifisches Merkmal psychischer Störungen? Zeitschrift für Klinische Psychologie und Psychotherapie, 39 (Supplement 1), S. 7.
  • Ebert, D., Christ & Berking (in Vorber.). Entwicklung und Validierung eines Fragebogens zur emotionsspezifischen Selbsteinschätzung emotionaler Kompetenzen (SEK-ES).
 

Wichtige neuere Publikationen

  • Berking, M. (2010). Training emotionaler Kompetenzen (2., aktualisierte Auflage). Berlin: Springer.
  • Ebert, D. D., Christ, O. & Berking, M. (2013). Entwicklung und Validierung eines Fragebogens zur emotionsspezifischen Selbsteinschätzung emotionaler Kompetenzen (SEK-ES). Diagnostica, 59 (1), 17-32.
 

Originalfassung/Anderssprachige Fassungen

  • Grant, M., Salsman, N. L. & Berking, M. (2018). The assessment of successful emotion regulation skills use: Development and validation of an English version of the Emotion Regulation Skills Questionnaire. PLoS ONE, 13 (10), e0205095. https://doi.org/10.1371/journal.pone.0205095 -PSYNDEX-Lit Dok.-Nr. 0349207
 
 Autorenbeschreibung: Matthias Berking (10.08.2011)
 APA-Schlagworte/PSYNDEX Terms:

Classical Test Theory; Questionnaires; Screening Tests; Rating Scales; Personality Measures; Clinical Psychology; Psychotherapy; Emotional Regulation; Self-Regulation; Competence; Emotional Intelligence; Introspection

Klassische Testtheorie; Fragebögen; Screening Tests; Rating-Skalen; Persönlichkeitstests; Klinische Psychologie; Psychotherapie; Emotionsregulation; Selbstregulation; Kompetenz; Emotionale Intelligenz; Introspektion

 weitere Schlagworte:

2008; Open Access; Kompetenzorientiertes Modell adaptiver Emotionsregulation; ab 18 Jahre; 27 Items; Bereiche: 1 Aufmerksamkeit für Gefühle, 2 Körperwahrnehmung von Gefühlen, 3 Klarheit von Gefühlen, 4 Verstehen von Gefühlen, 5 Akzeptanz von Gefühlen, 6 Resilienz: Gefühle tolerieren und aushalten können, 7 Konfrontationsbereitschaft, 8 Selbstunterstützung, 9 Regulationskompetenz; Normierungs-/Untersuchungsjahr: keine Angaben; Stichprobe(n): keine Angaben
 Klassifikation:

Klinische Psychodiagnostik; Persönlichkeitstests; Motivation und Emotion
Selbstkonzept- und Selbstbildskalen; Befindlichkeitsskalen
9.9; 11.12
 Anwendungstyp: Clinical Diagnosis
 Art der Publikation: Test; Electronic Resources (90; 94)
 Sprache: German
 Übersetzungen: Danish, English, Dutch, Japanese, Korean, Spanish, Turkish
 Land: Switzerland
 Publikationsjahr: 2008
 Änderungsdatum: 201912
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