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Syndrom-Kurz-Test (2015)

 PSYNDEX Tests-Dokument: 9007422
 

SKT (2015) - Syndrom-Kurz-Test (2015) (PSYNDEX Tests Review)

 

Short Performance Test - 2015 version/author
Synonym(e): eSKT; Kurztest zur Erfassung von Gedächtnis- und Aufmerksamkeitsstörungen; Short Cognitive Performance Test; SKT Manual Edition 2015

 Stemmler, M., Lehfeld, H. & Horn, R.
 (2015). SKT nach Erzigkeit (4., erweiterte und überarbeitete Auflage) [Stofftasche für jede Form A-E mit "SKT Manual Edition 2015" inklusive CD-ROM mit Auswertungsprogramm, Block mit 50 Protokollbögen, Block mit 50 Bögen SKT-Verlaufsprotokoll, SKT-Subtests sowie Magnettafel im Holzrahmen mit bunten Buttons mit aufgedruckten Zahlen]. Spardorf: Geromed.

ISBN: 978-3-00-048479-7
Preis: Euro 888,00 (SKT-Gesamtsatz für jede Form A-E komplett in Stofftasche zzgl. Mwst. und Versand; Stand: 20.10.2020)

 Bezugsquelle: Geromed GmbH, Köhlerhof 7, D-91080 Spardorf; E-Mail: info@geromed-gmbh.de; URL: http://www.geromed-gmbh.de/; Stand: 1.11.2017.
Anmerkung: Das beiliegende Computerprogramm kann für alle Parallelformen (Form A bis E) verwendet werden, die weiterhin erhältlich sind, wobei die Testmaterialien nicht verändert wurden (PSYNDEX Tests-Nr. 9000470). Eine elektronische Form des SKT nach Erzigkeit (eSKT) für Tablet-Computer ist in Vorbereitung (Stemmler & Kornhuber, 2018)

 Adresse(n): o Dr. Hartmut Lehfeld, Universitätsklinik der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität, Klinikum Nürnberg Nord, Prof.-Ernst-Nathan-Straße 1, D-90419 Nürnberg ; E-Mail: lehfeld@klinikum-nuernberg.de ; URL: https://www.klinikum-nuernberg.de/DE/ueber_uns/Fachabteilungen_KN/kliniken/psychiatrie/ma_lehfeld.html ; Stand: 20.10.2020
o Prof. Dr. Mark Stemmler, Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg, Institut für Psychologie, Lehrstuhl für Psychologische Diagnostik, Methodenlehre & Rechtspsychologie, Nägelsbachstraße 49c, D-91052 Erlangen ; E-Mail: mark.stemmler@fau.de ; URL: http://www.lsdiagnostik.phil.uni-erlangen.de/stemmler ; Stand: 20.10.2020
o Prof. Dr. med. Hellmut Erzigkeit (1944-2010), Psychiatrische Klinik mit Poliklinik der Friedrich-Alexander-Universität, Erlangen ; Stand: 7.10.2020
 WWW-Informationen:
 

Abstract

Diagnostische Zielsetzung:
Der SKT stellt einen kurzen Leistungstest zur Erfassung von Störungen des Gedächtnisses und der Aufmerksamkeit dar und dient zur Diagnose und Verlaufskontrolle von Demenzerkrankungen. Er eignet sich insbesondere für die Früherkennung von kognitiven Veränderungen. Er kann bei Personen ab 17 Jahren eingesetzt werden.


Aufbau:
Der SKT erfasst mit neun Subtests Aufmerksamkeits- und Gedächtnisleistungen. Die Subtests zur Feststellung der Gedächtnisleistung (II, VIII, IX) erfordern den unmittelbaren bzw. verzögerten Abruf sowie das Wiedererkennen von zuvor gezeigtem und gelerntem Bildmaterial. Zur Erfassung der Aufmerksamkeitsleistung (I, III, IV, V, VI, VII) umfasst der SKT Aufgaben, wie z. B. Vorlesen und Ordnen von Zahlen sowie die Identifikation und das Zählen von Zielitems aus einer Reihe von Distraktoren. Für jeden Subtest beträgt die Bearbeitungszeit maximal 60 Sekunden. Der SKT liegt in den fünf Parallelformen A bis E vor.


Grundlagen und Konstruktion:
Die Konstruktion des SKT basiert theoretisch auf der Lehre der Funktionspsychosen nach Wieck (1977). Die Testaufgaben knüpfen an den Test von Böcker (1961) zur Erfassung der Durchgangs-Syndrome und ihrer Abgrenzung von Bewusstseinstrübungen an. Methodologisch ist die Konstruktion des Verfahrens an der Klassischen Testtheorie ausgerichtet. Für die 4., erweiterte und überarbeitete Auflage aus dem Jahr 2015 liegt eine Neunormierung für Personen ab 60 Jahren vor. Dabei wurde insbesondere die Sensitivität bei beginnenden kognitiven Einschränkungen verbessert. Das Testmaterial wurde für die Neunormierung nicht verändert.


Empirische Prüfung und Gütekriterien:
Reliabilität: Die internen Konsistenzen (Cronbach Alpha) der fünf Parallelformen des SKT liegen zwischen Alpha = .80 und Alpha = .88. Die Retestreliabilitäten streuen von rtt = .83 bis rtt = .89, je nach Dauer der Retestintervalle (2 Wochen bis 6 Monate). Die Ergebnisse von Strukturgleichungsanalysen bestätigen die kongenerische Reliabilität der Parallelformen.
Validität: Faktorenanalytische Ergebnisse weisen auf die beiden SKT-Faktoren "Verarbeitungsgeschwindigkeit" (Subtests I, III, IV, V, VI, VII) und "Gedächtnis" (Subtests II, VIII, IX) hin. Leistungen im SKT korrelieren erwartungsgemäß mit den Leistungen in anderen Gedächtnis- und Konzentrationstests (z. B. MMSE, ADAS, BCRS, Matrizentest des HAWIE-R, Benton-Test) und mit der Alltagskompetenz. In einer Reihe von klinischen Studien an Demenzerkrankten und Patienten mit verschiedenen Krankheitsbildern (z. B. Chorea Huntington, Gendefekte, Hepatische Erkrankungen, Karotisstenose, Morbus Parkinson) konnte die Sensitivität des SKT für den Störungsgrad gezeigt werden. In Forschungsarbeiten zur Prüfung der Wirksamkeit von therapeutischen Maßnahmen bei Demenzerkrankten, Alkoholpatienten und Patienten mit postoperativem Durchgangssyndrom fanden sich Hinweise auf die Änderungssensitivität des SKT.
Normen: Für die neue, regressionsbasierte Normierung wurden n = 1 053 kognitiv unauffällige Personen (davon 584 Frauen) im Alter zwischen 60 und 91 Jahren im Rahmen einer Multi-Center-Studie mit den Formen A, B, D oder E des SKT getestet. An einer weiteren klinischen Stichprobe (n = 930 Personen, davon 513 weiblich) mit einem durchschnittlichen Alter von M = 73.3 Jahren (SD = 7.2 Jahre) wurden Cut-off-Werte zur Differenzierung von (1) altersgemäßen kognitiven Leistungen, (2) leichten kognitiven Leistungseinbußen (Mild cognitive impairment) und (3) demenziellen Beeinträchtigungen ermittelt.

 

Testkonzept

 

Theoretischer Hintergrund

Stemmler, Lehfeld und Horn (2015) legen den "Syndrom-Kurz-Test" nach Erzigkeit (SKT) in der vierten Version mit aktualisierten Normen und einer höheren Sensitivität für beginnende kognitive Beeinträchtigungen vor. Ursprünglich zur Diagnostik von reversiblen Gedächtnis- und Aufmerksamkeitsstörungen infolge von organisch induzierten Psychosen (sog. "Durchgangssyndrome" nach Wieck, 1977) entwickelt, wird der Leistungstest heutzutage zur Diagnose und Verlaufskontrolle von Demenzerkrankungen unterschiedlicher Genese verwendet.
Als Vorlage für die Erstauflage des Syndrom-Kurz-Tests (Erzigkeit, 1977) diente der Syndromtest von Böcker (1961), welcher, der psychiatrischen Tradition folgend, Gedächtnis- und Aufmerksamkeitsleistungen als Indikatoren von Störungen des Antriebs, der Aufmerksamkeit und des Reproduktionsvermögens sah.
 

Testaufbau

Der SKT erfasst mit neun Subtests Aufmerksamkeits- und Gedächtnisleistungen. Die Subtests zur Feststellung der Gedächtnisleistung (Subtest II, Subtest VIII, Subtest IX) erfordern den unmittelbaren bzw. verzögerten Abruf sowie das Wiedererkennen von zuvor gezeigtem und gelerntem Bildmaterial. Zur Erfassung der Aufmerksamkeitsleistung (Subtest I, Subtest III, Subtest IV, Subtest V, Subtest VI, Subtest VII) umfasst der SKT Aufgaben, wie z. B. Vorlesen und Ordnen von Zahlen sowie die Identifikation und das Zählen von Zielitems aus einer Reihe von Distraktoren.
 

Auswertungsmodus

Die Rohwerte der Subtests werden anhand von Tabellen in die zugehörigen Normwerte (alte Normierung) transformiert. Die Normwerte der Subtests II, VIII und IX summieren sich zum Gedächtnisscore auf, die der anderen Subtests werden zum Aufmerksamkeitsscore aufaddiert. Gedächtnis- plus Aufmerksamkeitsscore ergeben den SKT-Gesamtwert. Alle genannten Werte werden auf dem SKT-Ergebnisprotokoll notiert. Im nächsten Schritt folgt die Bewertung der Homogenität der Subscore-Profile. Dazu werden der Gedächtnis-Score auf der x-Achse und der Aufmerksamkeitsscore auf der y-Achse in einem Koordinatensystem abgetragen, das die Schwankungsbreite für jeden SKT-Gesamtscore visualisiert. Es schließt sich die Bewertung der Testleistung an: Alter und Geschlecht des Patienten, der Schätzer seiner prämorbiden Intelligenz (Wertpunkte) und die Rohwerte der SKT-Subtests werden in das Excel-Arbeitsblatt eingegeben und für jeden Subtest die zugehörigen Abweichungswerte ermittelt. Dazu wird programmintern eine Punktschätzung berechnet, die angibt, bei wie viel Prozent der Normstichprobe von gleich großen oder größeren Differenzen zwischen erwarteten und gemessenen Leistungen auszugehen ist. Als Toleranzgrenzen der Abweichungen wurden das 16 %- und das 25 %-Perzentil festgelegt: 25 % der Normstichprobe zeigen eine gleich große oder kleinere Differenz auf = 0 Punkte; mehr als 16 % und weniger als 25 % der Normstichprobe zeigen eine gleich große oder größere Differenz auf = 1 Punkt; weniger als 16 % der Normstichprobe (> 1 SD) zeigen eine gleich große oder größere Differenz auf = 2 Punkte. Zusätzlich wird der SKT-Gesamtscore, definiert als die Summe aller Abweichungswerte, berechnet und nach seinem Schweregrad eingeordnet (0 bis 4 Punkte = gesunde kognitive Leistung; 5 bis 10 Punkte = Mild cognitive impairment; 11 bis 18 Punkte = Verdacht auf eine beginnende Demenz).
 

Auswertungshilfen

Ein Ergebnisprotokoll, Normtabellen und eine Excel-Datei mit Auswertungsprogramm erleichtern Auswertung und Interpretation der Testleistung. Hilfreich für die Auswertung ist außerdem die sehr präzise Beschreibung der Durchführung des SKT. Die Ergebnisdarstellung erfolgt über eine farbliche Ampelcodierung. Ein anderes Ergebnis als grün sollte als Hinweis auf eine regelmäßige Überprüfung des kognitiven Status verstanden werden.
 

Auswertungszeit

Die Auswertungsdauer wird nicht angegeben.
 

Itembeispiele

Das Prinzip der Aufgabenstellung für die Subtests des SKT lässt sich wie folgt beschreiben:
Subtest I. Benennung von Alltagsgegenständen, die auf einer Karte mit 3 x 4 Bildmotiven gezeigt werden.
Subtest II. Reproduktion der in Subtest I gezeigten Gegenstände unter Zeitbegrenzung.
Subtest III. Schnelles und lautes Vorlesen von 10 zweistelligen Zahlen.
Subtest IV. Aufsteigende Sortierung der 10 zweistelligen Zahlen aus Subtest III.
Subtest V. Zuordnung von Zahlen.
Subtest VI. Korrektes Erkennen und Zählen eines Zielsymbols aus einer Reihe von Distraktoren.
Subtest VII. Schnelles und lautes Vorlesen von Buchstaben, deren Anordnung einem Interferenztest genügt.
Subtest VIII. Reproduktion der in Subtest I gezeigten Gegenstände.
Subtest IX. Wiedererkennen der in Subtest I gezeigten 12 aus insgesamt 48 Gegenständen.
Die Subtests des SKT werden in fester Reihenfolge vorgegeben. Auf falsche Antworten werden die Patienten unmittelbar hingewiesen, verbunden mit der Aufforderung zur Korrektur. Je nach Subtest werden die Anzahl nicht erinnerter Wörter, korrekte Antworten, die Bearbeitungszeit und/oder Fehler im Protokollbogen notiert.
 

Durchführung

 

Testformen

Der SKT liegt in den fünf Parallelformen A bis E vor und wird im Einzelsetting vorgegeben.
 

Altersbereiche

Der SKT ist für Personen ab 17 Jahren normiert.
 

Durchführungszeit

Für jeden Subtest beträgt die Bearbeitungszeit maximal 60 Sekunden. Die Testung insgesamt dauert ungefähr 10 Minuten.
 

Material

Das Material besteht aus einem Manual (Neuausgabe: Stemmler, Lehfeld & Horn, 2015), in dem die Ziele der Neuauflage und neben Aufbau, Durchführung, Auswertung und Interpretation des SKT seine Normierung beschrieben werden. Außerdem finden sich Informationen zur psychometrischen Güte des Verfahrens. Zu jedem Gesamtsatz der Formen A-E gehören außerdem eine CD-ROM, ein Block mit je 50 Protokollbögen und Verlaufsprotokollen, die SKT-Subtests, eine Magnettafel im Holzrahmen, 10 Magnete mit aufgedruckten Zahlen.

Materialliste Tragetasche (für die Formen A-E; Stand: 20.10.2017):
- Manual Edition 2015 inklusive CD-ROM mit Auswertungsprogramm
- Block mit 50 Protokollbögen
- Block mit 50 Bögen SKT-Verlaufsprotokoll
- SKT-Subtests
- Magnettafel im Holzrahmen inklusive bunten Buttons mit aufgedruckten Zahlen.
 

Instruktion

Für alle Aufgaben liegen schriftliche Instruktionen vor, die dem Bildungs- und Leistungsniveau des Patienten so anzupassen sind, so dass sie "zur bestmöglichen Leistung" (Stemmler et al., 2015, S. 21) motivieren. In den Subtests zur Messung der Aufmerksamkeit soll möglichst schnell und fehlerfrei gearbeitet werden, so die Instruktion.
 

Durchführungsvoraussetzungen

Die Testsituation sollte so gestaltet werden, dass für alle Probanden eine vergleichbare Motivationsgrundlage realisiert wird. Des Weiteren diskutieren die Autoren den Einsatz von parallelen Testversionen. In Vorbereitung auf die Testdurchführung beschreiben sie vorab mögliche Merkmale der Klientel und des Settings.
Zur Schätzung des prämorbiden kognitiven Leistungsniveaus empfehlen die Testautoren zusätzlich die Vorgabe des Wortschatztests WT aus der Wechsler Adult Intelligence Scale (WAIS-IV; Petermann, 2012) oder ein vergleichbares Verfahren.
 

Testkonstruktion

Die Konstruktion des SKT basiert theoretisch auf der Lehre der Funktionspsychosen nach Wieck (1977). Hierzu zählen reversible zerebrale Störungen, verursacht beispielsweise durch Traumen, Stoffwechselerkrankungen oder Intoxikationen. Gemeinsames Merkmal der unspezifischen Krankheitsbilder ist eine Leistungsminderung psychischer Funktionen wie Aufmerksamkeit und Gedächtnis. Die Testaufgaben selbst knüpfen an den Test von Böcker (1961) zur Erfassung der Durchgangs-Syndrome und ihrer Abgrenzung von Bewusstseinstrübungen an. Da Erzigkeit mit dem SKT keine diagnostische Valenz von hinter den Messwerten liegenden Eigenschaften des Patienten aufklären wollte (Erzigkeit, 1989, S. 12), erachtete er eine Diskussion neuropsychologischer Aufmerksamkeits- und Gedächtnistheorien als theoretische Grundlage des SKT für verzichtbar. Bei der Konstruktion des SKT stand vielmehr eine möglichst genaue Operationalisierung der Durchgangssyndrome und trennscharfe Differenzierung ihrer Schweregrade im Vordergrund. Dabei legte er großen Wert auf eine kurze und patientengerechte Gestaltung der Subtests (Erzigkeit, 1977, S. 11). Weiter erschien es Erzigkeit "sinnvoll, für die Subtests Testverfahren zu übernehmen, die sich in der psychologischen oder psychiatrischen Praxis bewährt haben" (S. 11). Methodologisch ist die Konstruktion des Verfahrens an der Klassischen Testtheorie ausgerichtet.
Der SKT wurde nach seiner ersten Veröffentlichung (Erzigkeit, 1977) zweimal überarbeitet, einmal im Jahr 1989 hinsichtlich des Designs des Testmaterials (Erzigkeit, 1989) und weiter im Jahr 2001 hinsichtlich der Normierung einer Stichprobe 65 Jahre und älter, die in drei Altersgruppen aufgeteilt wurde (65 bis 74 Jahre, 75 bis 84 Jahre sowie 85 Jahre und älter; Erzigkeit, 2001). Für die 4., erweiterte und überarbeitete Auflage aus dem Jahr 2015 liegt eine Neunormierung für Personen ab 60 Jahren vor. Dabei wurde insbesondere die Sensitivität bei beginnenden kognitiven Einschränkungen verbessert. Das Testmaterial wurde für die Neunormierung nicht verändert (Stemmler, Lehfeld, Siebert & Horn, 2017; Stemmler et al., 2015).
 

Gütekriterien

 

Objektivität

Da die Testdurchführung flexibel an die Besonderheiten der Klientel anzupassen ist, kann die Testung nach Einschätzung der Testautoren "nicht die Durchführungsobjektivität eines Experimentes erreichen" (Stemmler et al., 2015, S. 11). Eine objektive Auswertung und Interpretation des SKT sind durch detaillierte Instruktionen, Normtabellen, das Auswertungsprogramm und die Interpretationshilfen weitgehend gegeben.
 

Reliabilität

Interne Konsistenz. Die Analysen der internen Konsistenzen (Cronbach Alpha) der fünf Parallelformen des SKT ergaben durchweg Koeffizienten zwischen Alpha = .80 und Alpha = .88 sowohl für die alten als auch für die neuen SKT-Formen (zsf. Stemmler et al., 2015, S. 41 ff.).
Test-Retestreliabilität. Erzigkeit hielt die Überprüfung der Retestreliabilität "für den SKT nicht sinnvoll, da er Merkmale erfasst, die insbesondere bei Patienten mit organischen Psychosyndromen, Durchgangs-Syndromen bzw. demenziellen Prozessen erwartungsgemäß in der Zeit instabil sind" (Erzigkeit, 1989, S. 91).
Klinische Studien, in denen die Stabilität der SKT-Ergebnisse unter Verwendung von altem und neuem SKT-Material untersucht wurde, berichteten Stabilitäten von rtt = .83 bis rtt = .89, je nach Dauer der Retestintervalle (z. B. Erzigkeit & Lehfeld, 2010; Heinrich, Arnold, Lehfeld & Hadler, 1998; Overall & Schaltenbrand, 1992). Stemmler et al. (2015) werten diese Ergebnisse als "eine zufriedenstellende Übereinstimmung der mit dem alten und neuen SKT-Material gefundenen Reliabilitäts-Koeffizienten" (Stemmler et al., 2015, S. 42).
Paralleltest-Reliabilität. Die Parallelität der SKT-Formen A bis E analysierten die Testautoren an den Daten von n = 60 stationären psychiatrischen Patienten, die die Parallelformen an fünf aufeinanderfolgenden Tagen in unterschiedlicher Reihenfolge bearbeiteten. Die Ergebnisse der Strukturgleichungsanalysen bestätigen nach Stemmler et al. (2015) die kongenerische Reliabilität der Parallelformen:
SKT-Subtest I: Chi-Quadrat = 9.48, p = .09, CFI = 0.87, RMSEA = .13;
SKT-Subtest II: Chi-Quadrat = 5.23, p = .39, CFI = 0.99, RMSEA = .04;
SKT-Subtest III: Chi-Quadrat = 2.79, p = .73, CFI = 1.00, RMSEA = .00;
SKT-Subtest IV: Chi-Quadrat = 10.08, p = .07, CFI = 0.94, RMSEA = .13;
SKT-Subtest V: Chi-Quadrat = 6.47, p = .26, CFI = 0.98, RMSEA = .07;
SKT-Subtest VI: Chi-Quadrat = 6.91, p = .23, CFI = 0.98, RMSEA = .08;
SKT-Subtest VII: Chi-Quadrat = 3.35, p = .65, CFI = 1.00, RMSEA = .00;
SKT-Subtest VIII: Chi-Quadrat = 4.93, p = .43, CFI = 1.00, RMSEA = .00;
SKT-Subtest IX: Chi-Quadrat = 5.62, p = .34, CFI = 0.98, RMSEA = .05).
Die testtheoretische Äquivalenz der alten vs. neuen SKT-Subtests der Formen A bis E untersuchten die Testautoren anhand der Rohwerte einer weiteren Patientenstichprobe (n = 299). Im Abstand von zwei Wochen wurden ihnen die alte und die neue Form des SKT in ausbalancierter Reihenfolge vorgegeben. Zum Nachweis der Parallelität postulierten Stemmler et al. (2015) ein latentes Strukturgleichungsmodell, das für jeden Subtest einer jeden Testform pro Messgelegenheit eine latente Dimension (Tau 1 bzw. Tau 2) annimmt und von einer perfekten Kovarianz zwischen beiden Dimensionen ausgeht. Die Modellprüfung ergab folgende Ergebnisse:
SKT-Subtest I: Chi-Quadrat = 12.30, p = .00, CFI = 0.85, RMSEA = .13;
SKT-Subtest II: Chi-Quadrat = 8.90, p = .01, CFI = 0.98, RMSEA = .11;
SKT-Subtest III: Chi-Quadrat = 4.97, p = .08, CFI = 0.98, RMSEA = .07;
SKT-Subtest IV: Chi-Quadrat = 19.46, p = .00, CFI = 0.96, RMSEA = .17;
SKT-Subtest V: Chi-Quadrat = 16.22, p = .00, CFI = 0.97, RMSEA = .15;
SKT-Subtest VI: Chi-Quadrat = 35.93, p = .00, CFI = 0.87, RMSEA = .24;
SKT-Subtest VII: Chi-Quadrat = 19.24, p = .00, CFI = 0.96, RMSEA = .17;
SKT-Subtest VIII: Chi-Quadrat = 2.95, p = .23, CFI = 1.00, RMSEA = .04;
SKT-Subtest IX: Chi-Quadrat = 21.17, p = .00, CFI = 0.86, RMSEA = .18.
Stemmler et al. (2015) zufolge sind diese Ergebnisse "für alle Subtests zumindest zufriedenstellend" und "deuten darauf hin, dass die alten und neuen Subtests mindestens kongenerisch parallel sind, so dass sich die Ergebnisse der alten und der neuen Testformen problemlos miteinander vergleichen lassen." (S. 47).
 

Validität

Faktorielle Struktur. Die Ergebnisse der kanonischen Faktorenanalyse von Erzigkeit (1989) weisen auf die beiden SKT-Faktoren "Verarbeitungsgeschwindigkeit" (Subtests I, III, IV, V, VI, VII) und "Gedächtnis" (Subtests II, VIII und IX) hin. Gleichwohl diese Zweifaktorenlösung wiederholt repliziert werden konnte, legen v. a. neuere faktorenanalytische Ergebnisse eine Abhängigkeit der gefundenen Anzahl extrahierter Faktoren vom Störungsgrad der Patienten nahe (vgl. zsf. Stemmler et al., 2015, S. 48 ff.).
Kriteriumsvalidität. Seit der Erstauflage des SKT wurde seine Kriteriumsvalidität in vielen Studien analysiert. Als Kriterien wurden die Leistungen in anderen Gedächtnis- und Konzentrationstests herangezogen, wie zum Beispiel im Mini-Mental-Status-Test (MMST; Kessler, Markowitsch & Denzler, 2000; r = -.56 bis r = -.91), in dem kognitiven Ausschnitt der Alzheimer Disease Assessment Scale (ADAS; Mohs, 1996; r = .67 bis r = .84), der Brief Cognitive Rating Scale (BCRS; Reisberg & Ferries, 1988; r = .66 bis r = .84), im Matrizentest des Hamburg-Wechsler Intelligenztest für Erwachsene (HAWIE-R; Tewes, 1991; r = -.32 bis r = -.71), im Benton-Test (Benton, 1981; r = .72) oder auch im Demenztest (Kessler, Denzler & Markowitsch, 1988; r = .56). Mit selbstberichteten Beeinträchtigungen von Alltagsaktivitäten korreliert der SKT um r = .40. Werden die Beeinträchtigungen der Alltagskompetenz im Fremdurteil erhoben, bewegen sich die Korrelationen zwischen r = .52 und r = .81 (Stemmler et al., 2015, S. 49 ff.). Zusammenfassend deuten die Ergebnisse an, "dass der SKT kognitive Funktionen erfasst, die auch für Alltagskompetenz der Probanden eine Bedeutung besitzen" (S. 51). Als weitere Validitätshinweise referieren die Testautoren signifikante Korrelationen zwischen dem SKT und verschiedenen EEG-Parametern.
Konstruktvalidität: Sensitivität für den Störungsgrad. Sieht man von den Ergebnissen von Pausch und Wolfram (1997) ab, differenzierte der SKT im Vergleich zu anderen eingesetzten Verfahren (ADAS, BCRS, MMST) Patienten mit leichten bis mittelgradigen kognitiven Störungen durchwegs besser. In der Validierungsstudie von Hessler, Stemmler und Bickel (2017) erwies sich der SKT zwar sensitiv gegenüber einem Mild cognitive impairment bzw. einer demenziellen Erkrankung. Gleichzeitig war eine hohe Rate falsch positiv Diagnostizierter zu verzeichnen. Zum Gelingen der Unterscheidung von Patienten mit schweren demenziellen Störungen anhand des SKT im Vergleich zu anderen Verfahren ist die Befundlage weniger eindeutig und scheint davon abzuhängen, ob der Schweregrad der Störung auf einer klinischen Beurteilung basiert (Ihl, Frölich, Dierks, Martin & Maurer, 1992; Kapanke & Ihl, 1997; Lehfeld & Erzigkeit, 2000; Lehfeld, Görtelmeyer & Erzigkeit, 1999).
Dass der SKT gegenüber kognitiven Einbußen sensitiv ist, konnte über die Untersuchung von demenziellen Patienten hinaus auch in Studien zu verschiedenen Krankheitsbildern, wie z. B. akutes respiratorisches Distress-Syndrom, Chorea Huntington, Gendefekte, Herzschrittmacher-Implantation, HIV-Infektion, Hepatische Erkrankungen, Hirnläsionen, Karotisstenose, Morbus Parkinson, Neurosyphilis, Posttraumatische Belastungsstörung, Schadstoffexposition und Systemischer Lupus Erythematosus gezeigt werden (Stemmler et al., 2015, S. 53 ff.).
Als ein weiterer Hinweis auf die Validität des SKT wurde seine Änderungssensitivität überprüft. Diese Forschungsarbeiten umfassen klinische Studien zur Prüfung der Wirksamkeit medikamentöser Maßnahmen bei demenziellen Patienten, Verlaufsdaten aus Studien mit nicht-medikamentösen Therapien bei Demenzerkrankten (z. B. Gedächtnistraining, Elektrokonvulsions-Therapie, repetitive transkranielle Magnetstimulation) sowie klinische Studien in anderen Indikationsbereichen, hier insbesondere bei Alkoholpatienten und Patienten mit postoperativem Durchgangssyndrom.
Darüber hinaus referieren die Testautoren internationale Validierungsstudien (USA, Russland, England, Brasilien, Chile, Griechenland, Japan, Korea, Mexiko, Norwegen, Spanien). In der Zusammenschau der Ergebnisse dieser Studien sind eine gute Vergleichbarkeit der faktoriellen Struktur zwischen der deutschen und den adaptierten Versionen des SKT gegeben, es bestehen Hinweise auf die Score-Äquivalenz der Versionen und es finden sich Übereinstimmungen hinsichtlich des Zusammenhangs von kognitiven Funktionen, gemessen mit dem SKT und der Alltagskompetenz der Patienten.
 

Normierung

Im Zuge der Neunormierung strebten die Testautoren eine feinere Graduierung der Altersnormen und eine größere Sensitivität des SKT gegenüber dem Beginn einer demenziellen Erkrankung an. Außerdem sollte neben dem Alter das prämorbide Intelligenzniveau als eine weitere Moderatorvariable einbezogen werden. Für die neue, regressionsbasierte Normierung wurden n = 1 053 kognitiv unauffällige Personen (davon 584 Frauen) im Alter zwischen 60 und 91 Jahren (M = 71.5 Jahre; SD = 7.4 Jahre) im Rahmen einer Multi-Center-Studie mit den Formen A, B, D oder E des SKT getestet. An einer weiteren klinischen Stichprobe (n = 930 Personen, davon 513 weiblich) mit einem durchschnittlichen Alter von M = 73.3 Jahren (SD = 7.2 Jahre) wurden Cut-off-Werte mit Hilfe einer multiplen Korrespondenzanalyse (Borg & Groenen, 2005) zur Differenzierung von (1) altersgemäßen kognitiven Leistungen, (2) leichten kognitiven Leistungseinbußen (Mild cognitive impairment, MCI; Winblad et al., 2004) und (3) demenziellen Beeinträchtigungen ermittelt. Neben demographischen Angaben wie dem Alter und Geschlecht wurde die prämorbide kognitive Leistungsfähigkeit mit dem Wortschatztest (WST; Schmidt & Metzler, 1992), den Subtests Matrizen- und Wortschatz-Test der WAIS-IV (Petermann, 2012), dem Mehrfachwahl-Wortschatz-Intelligenztest (MWT-B; Lehrl, 1995) oder den Standard Progressive Matrices (SPM; Raven, 1976) erhoben bzw. über die Bildungsjahre geschätzt.
Mit Ausnahme von Subtest IX erfolgte eine regressionsbasierte Normierung (für eine ausführliche Beschreibung dieses Ansatzes siehe Stemmler et al., 2017): Anhand der Prädiktoren Alter, prämorbides Intelligenzniveau und Geschlecht wurden für die SKT-Subtests individuelle Vergleichsnormen geschätzt, die als Referenz für die Bewertung der tatsächlich erzielten Testleistungen dienen. Die Diskrepanz zwischen erwartetem und beobachtetem Testwert wurde auf statistische Bedeutsamkeit geprüft. Die Rohwerte von Subtest IX wurden mittels einer Flächentransformation in Prozentränge überführt.
Im Ergebnis liegen zwei SKT-Normen vor: Die neue, regressionsbasierte SKT-Norm ordnet die Testleistung einer Person den drei Stufen gesunde kognitive Leistung, leichte kognitive Störung (MCI) und Verdacht einer beginnenden demenziellen Erkrankung zu. Die alte SKT-Norm umfasst Normtabellen für sechs Altersgruppen, jeweils differenziert in Personen mit unterdurchschnittlicher, durchschnittlicher und überdurchschnittlicher Intelligenz, zur Beurteilung des Schweregrades der Störung.
 

Anwendungsmöglichkeiten

Der SKT findet im klinisch-psychologischen Bereich Anwendung. Der Test dient zur Diagnose und Verlaufskontrolle von Demenzerkrankungen und eignet sich insbesondere für die Früherkennung von kognitiven Veränderungen. Darüber hinaus ist die Evaluation therapeutischer Maßnahmen ein weiteres wichtiges Anwendungsgebiet des SKT. Durch seine weitgehend sprachfreie Gestaltung kann er ohne Probleme auch in anderen Sprachen durchgeführt werden, was auch von Vorteil ist für Patienten, deren Muttersprache nicht Deutsch ist.
 

Bewertung

Beim SKT handelt es sich um ein standardisiertes, dimensionales Verfahren der Einzelfalldiagnostik zur Status- und Prozessdiagnostik: Der Test will Beeinträchtigungen der kognitiven Leistungsfähigkeit feststellen und in ihrem zeitlichen Verlauf abbilden, um eine Objektivierung des Schweregrades einer demenziellen Störung herbeizuführen. Dazu werden zwei Zuordnungsstrategien vorgelegt: die Erste basiert auf der alten, die Zweite auf der neuen Normierung (im Folgenden kurz: alte vs. neue Zuordnung bzw. Kategorisierung). Die Relevanz der neuen Kategorisierung liegt nach Stemmler et al. (2015) in einer gesteigerten Sensitivität des SKT im Bereich der Früherkennung demenzieller Erkrankungen.
Der SKT ist seit Ende der 1970er Jahre in der klinischen Anwendung. Seither wurden die Akzeptanz und Praktikabilität des Verfahrens unter Routinebedingungen in der Versorgungspraxis sowie seine metrische Güte in einer Vielzahl von Studien untersucht. Im Manual wird die Historie dieser Forschungsaktivitäten anhand einer differenzierten Darstellung und ausgewogenen Bewertung der wichtigsten klinischen (inter-)nationalen Arbeiten nachgezeichnet. Das Verfahren selbst wird hinsichtlich seines Aufbaus, seiner Durchführung, Auswertung und Normierung ausführlich beschrieben. Ausführungen zu methodischem Grundlagenwissen erleichtern das Verständnis.
Als Hinweise auf die Reliabilität des SKT rekurrieren die Testautoren auf Konsistenzschätzungen, die im Rahmen der Testrevision von 2001 berechnet wurden. Diese Angaben sollten aktualisiert werden. Zu begrüßen ist, dass entgegen der ursprünglichen Auffassung von Erzigkeit (1977) nunmehr auch die Test-Retestreliabilität des SKT untersucht wurde. Hierzu sollten weitere Analysen folgen, nicht zuletzt deshalb, weil die Retestkoeffizienten zur Bildung von Reliable Change Indices für die Subtests der Formen A bis E genutzt werden könnten.
Im Hinblick auf die Parallelität der SKT-Formen A bis E ist die Feststellung von Stemmler et al. (2015) zu relativieren, wonach die Ergebnisse der Modellschätzungen alle Subtests der Formen A bis E als kongenerisch parallel ausweisen. Dies zum einen, weil die Parallelität an einer kleinen Patientenstichprobe überprüft wurde und zum anderen aufgrund der berichteten Modellgüten: Legt man die üblichen Kriterien an die Maße zur Bewertung der Modellpassung an [CFI-Werte > .90 bzw. .95 werden nach Hu und Bentler (1999) als Hinweise auf einen guten Modell-Fit interpretiert; RMSEA-Werte < .05 spiegeln einen hervorragenden, Werte von .05 < RMSEA < .08 einen befriedigenden Fit wider (Marsh, Hau & Wen, 2004); Werte .10 < RMSEA gelten als inakzeptabel (Browne & Cudeck, 1993)], ergeben sich für die Subtests II, III, VII und VIII hervorragende Modellpassungen, für die Subtests V, VI, und IX sind sie befriedigend. Für die Subtests I und IV sind die Modellgüten inakzeptabel. Folglich kann nicht davon ausgegangen werden, dass diese Subtests dieselben wahren Gedächtnis- bzw. Aufmerksamkeitsleistungen, wenn auch in unterschiedlichem Ausmaß und mit einer unterschiedlichen Einheit, über die Formen A bis E hinweg messen.
Vor dem Hintergrund der Ergebnisse zur Parallelität der Testformen sollten die Standardschätzfehler bzw. die Standardmessfehler der Subtests getrennt für die Formen A bis E mitgeteilt werden. Dies zum einen, um das Vertrauensintervall eines SKT-Subtestes, gemessen mit einer bestimmten SKT-Parallelform, präzise abzugrenzen, und zum anderen, um auch Leistungsdifferenzen zwischen Subtests messfehlerkritisch beurteilen zu können. Darüber hinaus ermöglichten diese Parameter eine teststatistische Beurteilung von Verlaufsprofilen (Reliable Change Index) bei wiederholten Messungen der Aufmerksamkeits- und Gedächtnisleistungen mit dem SKT.
Die Ergebnisse einer Vielzahl von Untersuchungen sprechen für die kriteriumsbezogene Validität des SKT und belegen die Sensitivität des Verfahrens gegenüber leichten bis mittelgradigen kognitiven Störungen. Als einen weiteren Hinweis auf die Validität des SKT untersuchten die Testautoren die "testtheoretische Äquivalenz" zwischen den alten und neuen SKT-Formen über alle Parallelformen hinweg. Entgegen Stemmler et al. (2015) kann nur für die Subtests III und VIII davon ausgegangen werden, dass "jeder Subtest einer jeden Testform (...) eine identische latente Dimension (...) mit der gleichen Präzision (..) erfasst" (Stemmler et al., 2015, S. 46). Die Ergebnisse der neueren faktorenanalytischen Ergebnisse, die eine Abhängigkeit der dem SKT zugrundeliegenden Faktoren vom Störungsgrad der Patienten nahelegen, sollten weiter untersucht werden. Außerdem sollte die faktorielle Invarianz des SKT bei Mehrfachmessungen überprüft werden.
Ausgangspunkt für die Neuauflage des Verfahrens war eine Aktualisierung der Normen. Dazu wurden für die SKT-Subtests der Formen A bis E gemeinsame Vergleichsnormen berechnet. Das Vorgehen ist umfassend beschrieben und die Ergebnisse werden vollständig und übersichtlich präsentiert. Insgesamt zeugt die Darstellung des Normierungsprozesses von einem sorgfältigen methodischen Vorgehen. Allerdings stellt sich die Frage nach der Angemessenheit einer gemeinsamen Normierung der Parallelformen, da für die Subtests I und IV keine Parallelität gezeigt werden konnte und die Messungen der übrigen SKT-Subtests der Versionen A bis E die wahren Gedächtnis- bzw. Aufmerksamkeitsleistungen in unterschiedlichem Ausmaß abbilden und der Einfluss von Messfehlern bei diesen unterschiedlichen Messungen unterschiedlich groß ist.
Die neuen Normen schaffen die Interpretationsgrundlage für eine zusätzliche Kategorisierung der Testleistungen: Abhängig von der Intensität der kognitiven Beeinträchtigung ordnen sie ein Testergebnis den Kategorien (1) Gesunde kognitive Leistung, (2) Leichte kognitive Störung und (3) Verdacht auf eine beginnende Demenz zu. Vergleicht man die Bandbreiten der Kategorien gemäß der neuen vs. alten SKT-Norm, ist eine höhere Informationsreduktion auf Basis der neuen festzustellen: Während die alten SKT-Normen Abweichungen bis zu 18 Gesamtpunkte in vier Schweregrade differenzieren, unterscheidet die Kategorisierung nach der neuen SKT-Norm nur drei Abstufungen. Die gröbere Graduierung gilt insbesondere für die Kategorie "Verdacht einer beginnenden demenziellen Erkrankung", die mit 11 bis 18 Abweichungspunkten sehr breit gefasst ist und eine, verglichen mit der Zuordnung nach den alten SKT-Normen, höhere Informationsreduktion mit sich bringt: Gleichwohl gemeinsames Merkmal der Personen dieser Kategorie eine Verdachtsdiagnose ist, lässt diese Kategorie große interindividuelle Leistungsunterschiede im SKT-Gesamtscore bzw. den Aufmerksamkeits- und Gedächtnisleistungen zu. Ohnehin bleibt die Zuordnung zu dieser Kategorie ohne Konsequenzen, da Stemmler et al. (2015) für die Schweregradbestimmung einer Demenzerkrankung zum Gebrauch der alten Normierung raten. Diese Empfehlung stellt den Nutzen der Kategorisierung anhand der neuen SKT-Norm infrage.
Darüber hinaus ist festzustellen, dass unterschiedliche Diagnosen resultieren können, je nachdem, ob die neue vs. alte Zuordnungsstrategie gewählt wird (vgl. das Auswertungsbeispiel im Manual S. 39 f.): Mit einem SKT-Gesamtwert = 16 wäre die Diagnose gemäß neuer Normierung "Verdacht einer beginnenden demenziellen Erkrankung", wohingegen die Diagnose gemäß alter Normierung "mittelschwere Ausprägung eines demenziellen Syndroms" lautete. Die verschiedenen Zuordnungsregeln berühren nicht nur die Reliabilität und Validität der Diagnosen, sondern sind auch praktisch bedeutsam, da die divergierenden Diagnosen unterschiedliche Entscheidungen über Behandlungen nach sich ziehen.
Für die Auswertung stellen Stemmler et al. (2015) ein einfach zu handhabendes Auswertungsprogramm zur Verfügung. Es ließe sich optimieren, indem die Eingabe auf Zahlen des möglichen Wertebereiches begrenzt würde und zusätzlich Vertrauensintervalle für die ermittelten Abweichungswerte angegeben würden. Weiter ist anzumerken, dass das Programm in seiner aktuellen Version nur die statusdiagnostische Zielsetzung des SKT berücksichtigt. Um es darüber hinaus auch für die intendierte Prozessdiagnostik nutzbar zu machen, sollte das Programm zusätzlich eine Auswertung von Verlaufsdaten ermöglichen und Interpretationshilfen für die Bewertung von Verlaufsprofilen bereitstellen.
 

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Bibliographien im Internet

 
 Petra Hank (25.08.2020)
 APA-Schlagworte/PSYNDEX Terms:

Classical Test Theory; Computerized Assessment; Test Norms; Pictorial Stimuli; Screening Tests; Subtests; Naming; Numbers (Numerals); Retention Measures; Neuropsychological Assessment; Gerontology; Clinical Psychology; Psychopharmacology; Attention; Memory; Organic Brain Syndromes

Klassische Testtheorie; Computergestützte Messung; Testnormen; Bild-Stimuli; Screening Tests; Untertests; Benennen; Zahlen; Gedächtnistests; Neuropsychologische Messung; Gerontologie; Klinische Psychologie; Psychopharmakologie; Aufmerksamkeit; Gedächtnis; Organische Hirnsyndrome

 weitere Schlagworte:

1977 (1. Auflage); 1989 (2. Auflage); 2001 (3. Auflage); 2015 (4., neu normierte Auflage); Parallelformen; Gedächtnisscore; Aufmerksamkeitsscore; Informationsverarbeitungsgeschwindigkeit; Kognitive Beeinträchtigungen; Subtests: 1 Gegenstände benennen, 2 Gegenstände unmittelbar reproduzieren, 3 Zahlen lesen, 4 Zahlen ordnen, 5 Zahlen zurücklegen, 6 Symbole zählen, 7 Interferenztest, 8 Gegenstände nach Ablenkung reproduzieren, 9 Gegenstände wiedererkennen; Testleistung: 1 Gesunde kognitive Leistung, 2 Leichte kognitive Störung, 3 Verdacht einer beginnenden dementiellen Erkrankung; Normierungs-/Untersuchungsjahr: 2014; Stichprobe(n): 1053+930
 Klassifikation:

Neuropsychologische Diagnostik; Neuropsychologie und Neurologie; Lernen und Gedächtnis; Kognitive Prozesse
Gedächtnistests; Neuropsychologische Verfahren
2.8; 11.22
 Anwendungstyp: Clinical Diagnosis
 Art der Publikation: Test; Test in Print (90; 911)
 Sprache: German
 Übersetzungen: English, Greek, Japanese, Korean, Norwegian, Portuguese, Russian, Spanish
 Land: Germany
 Publikationsjahr: 2015
 Änderungsdatum: 202010
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